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01.09.2026 - 21:57 Uhr
Franz Fischer Nr. 9491
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Franz Fischer
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Scientists for Future kritisieren Flächennutzungsplan
(Ravensburg) - Die Scientists for Future kritisieren den Vorentwurf für den Flächennutzungsplan 2040 für das Mittlere Schussental scharf. Sie sprechen von einem „Raubzug auf Kosten der Zukunft“ und fordern eine grundlegende Überarbeitung des Plans.
In einer gemeinsamen Stellungnahme wenden sich die Scientists for Future Ravensburg, die Psychologists for Future, die Parents for Future und Fridays for Future gegen den Vorentwurf. Verschickt wurde die Stellungnahme vom ehemaligen Weingartener Hochschulprofessor Wolfgang Ertel. Aus wissenschaftlicher Perspektive sei der Entwurf „in seiner jetzigen Form nicht akzeptabel“ und ignoriere zentrale Erkenntnisse der Klima- und Biodiversitätsforschung.
Der Flächennutzungsplan, den der Gemeindeverwaltungsverband Mittleres Schussental derzeit erarbeitet, legt die Grundzüge der räumlichen Entwicklung fest. Er zeigt auf, wo in Ravensburg, Weingarten, Baienfurt, Baindt und Berg künftig Wohnbau-, Gewerbe- und Verkehrsflächen entstehen können. Konkretes Baurecht schafft der Plan nicht, er bildet jedoch die Grundlage für spätere Bebauungspläne der einzelnen Kommunen.
Für die fünf Kommunen wird bis 2040 mit einem Anstieg der Einwohnerzahl von derzeit rund 95.000 auf etwa 104.000 gerechnet. Schwerpunkte der Wohnbauentwicklung sollen Ravensburg und Weingarten bilden. Hinzu kommen gewerbliche Entwicklungsflächen, darunter ein interkommunales Gewerbegebiet an der B 30 bei Baienfurt/Baindt.
Die Scientists for Future bewerten insbesondere den Umfang der geplanten Flächenentwicklung kritisch. Sie bezeichnen den Vorentwurf als „Dokument ökologischer Verantwortungslosigkeit“. Die Planung berücksichtige aus ihrer Sicht weder die Klimakrise noch die Erkenntnisse des Konzepts der planetaren Grenzen ausreichend.
Die im Vorentwurf vorgesehenen 181,81 Hektar neuen Bauflächen sowie weitere 188 Hektar im Außenbereich hätten aus Sicht der Initiatoren erhebliche ökologische Folgen. Genannt werden unter anderem hohe CO2-Emissionen durch die Herstellung von Beton und Stahl, die dauerhafte Versiegelung wertvoller Böden sowie der Verlust von Lebensräumen für Tiere und Pflanzen. Hinzu kämen die durch die Bautätigkeit selbst verursachten Emissionen.
Auch rechtlich sehen die Scientists for Future erheblichen Überarbeitungsbedarf. Der Entwurf verstoße aus ihrer Sicht gegen Artikel 20a des Grundgesetzes, § 1a Absatz 2 des Baugesetzbuchs sowie gegen grundlegende Prinzipien der Nachhaltigkeit.
Ihr Fazit fällt entsprechend deutlich aus: „Dieser FNP ist kein Zukunftsplan - er ist ein Dokument ökologischer Verantwortungslosigkeit. Er ist ein Raubzug auf Kosten der Zukunft.“