22.10.2011 - 23:59 Uhr
Franz Fischer
Nr. 3371
674

Schwarzbuch: Fehlendes Gesamtkonzept war teuer

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(Denzlingen) - Bei Wasser ist die Bundesstraße 3 seit kurzem dreistreifig befahrbar. Dabei wurde richtig zugelangt. Der gesamte Ausbau auf 6,5 Kilometern Länge kostete den Bund rund 22,4 Mio. Euro. Gelder, die nun für andere Bundesstraßen und Autobahnen im Land fehlen.

Im Rahmen des Ausbaus der B 3 wurde eine umfangreiche Flurneuordnung umgesetzt. Bei dieser Gelegenheit, so teilt das zuständige Regierungspräsidium Freiburg mit, wird "das ursprüngliche Wirtschaftswegenetz den heutigen Belangen von Landwirtschaft, Forst, Fußgänger-, Radverkehr, der Gewässer im Hinblick auf die Verkehrssicherheit angepasst und optimiert". Nicht schlecht, für den Anbau eines dritten Fahrstreifens. Sowohl Land- und Forstwirtschaft, Fußgänger-, Radverkehr und die Gewässer wurden auf einem lediglich 3,2 Kilometer langen Teilstück der Bundesstraße 3 mit sieben Über- bzw. Unterführungen großzügig bedacht. Rechnerisch ergibt sich hieraus, dass sich alle 450 Meter eine Querungsmöglichkeit befindet. In der Summe kosteten die Bauwerke rund 4,5 Mio. Euro.

Wie das Regierungspräsidium Freiburg dem Bund der Steuerzahler auf Nachfrage mitteilte, handelte es sich beim dreistreifigen Ausbau der B 3 nicht um die Umsetzung eines zu Beginn der Planung festgesetzten Gesamtkonzepts. Deshalb entfiel der Vergleich mit Alternativkonzepten. Für jedes einzelne Bauwerk wurden sämtliche in Frage kommenden Alternativen erwogen. Aber eben nicht in der Gesamtschau. Die Presse zitiert den Sprecher des Regierungspräsidiums: "Wir würden heute wahrscheinlich etwas weniger opulent bauen. Diese dichte Abfolge von Kunstbauwerken könnte man sich heute gar nicht mehr leisten".
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